Neuigkeiten in der Schweizer Medizin – Februar 2026

Die Schweizer Medizinszene ist im Februar 2026 von bedeutenden Durchbrüchen in der Arzneimittelzulassung, neuen Forschungsinitiativen und gesundheitspolitischen Reformen geprägt.

Neuron - Bild von irfan ullah auf Pixabay

1. Meilensteine bei Medikamentenzulassungen

Swissmedic hat Anfang 2026 mehrere hochmoderne Therapien zugelassen, die den Weg für neue Behandlungsstandards ebnen:

  • Alzheimer-Therapie: Mit Kisunla® (Donanemab) wurde im Januar 2026 ein Antikörper zugelassen, der gezielt Amyloid-Plaques im Gehirn bekämpft und den kognitiven Abbau bei früher Alzheimer-Erkrankung verlangsamen soll.
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  • Prävention von Atemwegsinfekten: Neu zugelassen wurde Enflonsia® (Clesrovimab) zum Schutz von Säuglingen vor dem RSV-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus).
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  • Frauengesundheit: Mit Yselty® (Linzagolix) steht eine neue Behandlungsoption für Frauen mit Gebärmuttermyomen und Endometriose zur Verfügung.
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2. Spitzenforschung & KI-Innovationen

Die Schweiz festigt ihre Rolle als globaler Hub für Medizintechnik und KI:

  • NCCR «Children & Cancer»: Die Universität Zürich hat einen neuen Nationalen Forschungsschwerpunkt (NCCR) zur Bekämpfung von Krebs bei Kindern gestartet. Ziel ist es, personalisierte Therapien zu entwickeln, um Heilungschancen zu erhöhen und Nebenwirkungen zu minimieren.

  • KI in der Wirkstoffsuche: Das Unternehmen Isomorphic Labs (aus Googles DeepMind hervorgegangen) expandiert massiv in Lausanne. Es nutzt KI-Modelle, um die Entwicklung neuer Medikamente drastisch zu beschleunigen und biologische Prozesse auf Atomebene zu simulieren.

  • Kardiologie: Forscher der UZH entwickeln aktuell neue Risikomodelle für Herzinfarkte, die basierend auf riesigen Datenbanken präzisere Vorhersagen als herkömmliche Methoden erlauben.

3. Gesundheitspolitische Änderungen 2026

Das Schweizer Gesundheitssystem durchläuft administrative und finanzielle Anpassungen, die Patienten direkt betreffen:

  • Impfungen ohne Franchise: Seit Anfang 2026 sind alle vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlenen Impfungen inklusive der ärztlichen Beratung von der Franchise befreit. Patienten müssen lediglich den Selbstbehalt von 10% leisten.

  • Tarifreform (TARDOC): Die Einführung der neuen Tarifstruktur TARDOC und ambulanter Pauschalen wird 2026 weiter vorangetrieben, um die Transparenz zu erhöhen und die Verlagerung von stationären zu günstigeren ambulanten Behandlungen zu fördern.

  • Pflegeinitiative: Die zweite Etappe zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege wird gesetzlich konkretisiert, um den Fachkräftemangel in Spitälern aktiv zu bekämpfen.


Aktueller Warnhinweis

Ein aktuelles Thema in den Schweizer Nachrichten ist die Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Säuglingsnahrung und bakteriellen Infektionen (Cereulid-Toxine). Mehrere Hersteller haben vorsorgliche Rückrufe ausgeweitet, während die Behörden die Ursachen prüfen.

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