Das Jahr 2026 bringt für die Medizin und das Gesundheitswesen in der Schweiz bedeutende strukturelle und digitale Veränderungen mit sich. Im Fokus stehen neue Abrechnungsmodelle, Fortschritte in der Digitalisierung und Entwicklungen in der medizinischen Ausbildung.

1. Umstellung des Tarifsystems: TARDOC und Pauschalen
Ab dem 1. Januar 2026 tritt das neue Tarifsystem für ambulante ärztliche Leistungen in Kraft.
- TARDOC: Der veraltete TARMED-Tarif wird durch TARDOC ersetzt, was die Abrechnung ambulanter Leistungen modernisieren und vereinfachen soll.
- Ambulante Pauschalen: Erstmals werden zusätzlich zu Einzelleistungstarifen auch Pauschalbeträge pro Behandlungsfall eingeführt. Ziel ist es, Fehlanreize zu reduzieren und die Effizienz im System zu steigern.
2. Digitalisierung und Patientendaten
Die digitale Transformation erreicht 2026 eine neue Stufe:
- EPD-Weiterentwicklung: Für das Elektronische Patientendossier (EPD) ist 2026 ein technisches Release geplant, das der Konsolidierung und Harmonisierung der Standards dient.
- DigiSanté: Das nationale Programm zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen wird 2026 weiter vorangetrieben, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Gesundheitseinrichtungen zu verbessern.
- Datennutzung durch Krankenkassen: Ab 2026 erhalten Krankenkassen erweiterte Möglichkeiten zur Datennutzung, um Versicherte gezielter über Präventionsmaßnahmen und günstigere Behandlungsoptionen zu informieren.
3. Medizinische Ausbildung und Forschung
- Studienplätze: In Zürich ist die Schaffung von 500 zusätzlichen Studienplätzen für Humanmedizin beschlossen worden, um dem Ärztemangel langfristig entgegenzuwirken. Für den Studienstart im Herbst 2026 findet das reguläre Anmeldeverfahren bis zum 15. Februar 2026 statt.
- Innovationstrends: Im Bereich Forschung gewinnen die geschlechtersensible Medizin (Gender Medicine) sowie der Einsatz von KI-basierten Diagnosetools (z. B. in der Radiologie zur Tumorerkennung) zunehmend an Bedeutung.
4. Kostenentwicklung
Prognosen gehen davon aus, dass die Krankenkassenprämien im Jahr 2026 erneut steigen werden, wobei ein durchschnittlicher Anstieg von etwa 4 Prozent erwartet wird.

