Frauengesundheit

Die Frauengesundheit hat im Februar 2026 in der Schweiz mit der jüngsten Zulassung von Yselty® (Linzagolix) einen topaktuellen Meilenstein erreicht. Da das Medikament erst vor wenigen Wochen offiziell grünes Licht erhalten hat, ist die Informationslage brandneu.

1. Zulassungsstatus & Indikationen

Yselty® wurde am 19. Januar 2026 offiziell von Swissmedic für den Schweizer Markt zugelassen (Zulassungsnummer 69692). Es ist für zwei zentrale Bereiche der Gynäkologie vorgesehen:

  • Uterusmyome: Behandlung von mäßigen bis starken Symptomen (wie starke Blutungen oder Schmerzen) bei erwachsenen Frauen vor der Menopause.

  • Endometriose: Symptomatische Behandlung bei Frauen, deren Endometriose bereits medizinisch oder chirurgisch vorbehandelt wurde.

2. Wirkungsweise: Der „Hormon-Bremsklotz“

Linzagolix ist ein oraler GnRH-Rezeptorantagonist. Im Gegensatz zu älteren Therapien, die oft gespritzt werden mussten, wird Yselty® als Tablette eingenommen.

  • Mechanismus: Es blockiert die Signale im Gehirn, die die Eierstöcke zur Produktion von Östrogen und Progesteron anregen.

  • Vorteil: Durch die Senkung dieser Hormone schrumpfen Myome und Endometriose-Herde werden inaktiviert, was die Schmerzen und Blutungen massiv reduziert.

3. Dosierung und „Add-Back“-Therapie

Ein besonderes Merkmal von Linzagolix ist die Flexibilität in der Dosierung, die oft auf die individuellen Bedürfnisse der Patientin zugeschnitten wird:

DosisAnwendungBesonderheit
100 mgTäglichKann oft ohne zusätzliche Hormone eingenommen werden.
200 mgTäglichMeist in Kombination mit einer Add-Back-Therapie (ABT), um Nebenwirkungen wie Hitzewallungen oder den Abbau von Knochendichte zu verhindern.

4. Kosten und Rückvergütung (Spezialitätenliste)

Obwohl das Medikament zugelassen ist, befindet sich der Prozess für die Aufnahme in die Spezialitätenliste (SL) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) aktuell (Stand Februar 2026) in der finalen Phase.

  • Vergütung: Sobald die Listung erfolgt ist, übernehmen die Krankenkassen die Kosten im Rahmen der Grundversicherung (abzüglich Franchise/Selbstbehalt).

  • Übergangslösung: Bis zur definitiven Aufnahme in die SL kann in Härtefällen ein Antrag auf Kostengutsprache nach Art. 71a/b KVV bei der Krankenkasse gestellt werden.

5. Schweizer Hintergrund

Interessant für dich: Der Entwickler von Linzagolix ist das biopharmazeutische Unternehmen ObsEva, das seinen Hauptsitz in Genf hat. Die Vermarktung in Europa und der Schweiz erfolgt in Zusammenarbeit mit Theramex.

 

Wichtiger Hinweis: Während der Einnahme von Yselty® sollte eine nicht-hormonelle Verhütung (z. B. Kondome) angewendet werden, da das Medikament zwar den Zyklus beeinflusst, aber nicht als sicheres Verhütungsmittel zugelassen ist und in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden darf.

Da Yselty® ein neuartiger GnRH-Antagonist ist, sind vor allem die zertifizierten Endometriose-Zentren (oft mit SEF-Zertifizierung) die ersten Anlaufstellen. Diese universitären und spezialisierten Kliniken sind in der Regel führend bei der Einführung neuer medikamentöser Protokolle in der Schweiz.

1. Region Zürich

  • Universitätsspital Zürich (USZ) – Klinik für Gynäkologie: Als universitäres Zentrum ist das USZ oft Vorreiter bei neuen Therapien. Das dortige Endometriosezentrum ist hochgradig spezialisiert.

  • Klinik Hirslanden (Zentrum für Endometriose): Ein privates Kompetenzzentrum, das sehr eng mit der aktuellen Forschung vernetzt ist und moderne medikamentöse Behandlungen schnell integriert.

2. Region Bern

  • Inselspital (Universitätsklinik für Frauenheilkunde): Das zertifizierte Endometriosezentrum am Inselspital gilt als eine der ersten Adressen für komplexe Fälle in der Deutschschweiz.

  • Lindenhofgruppe (Frauenklinik): Auch hier gibt es spezialisierte Teams, die oft alternative oder ergänzende medikamentöse Therapien zu chirurgischen Eingriffen anbieten.

3. Region Genf (Genève)

  • Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG): Da der Entwickler von Linzagolix (ObsEva) seinen Sitz in Genf hat, besteht hier eine besonders enge lokale Verbindung. Die Unité de chirurgie gynécologique am HUG ist führend in der Romandie.


Warum diese Zentren?

Diese Kliniken nehmen am sogenannten SEF-Zertifizierungssystem (Stiftung Endometriose-Forschung) teil und das bedeutet:

  • Interdisziplinäre Teams: Schmerztherapeuten, Gynäkologen und Psychologen arbeiten zusammen.

  • Aktuelle Studien: Oft haben diese Zentren bereits vor der offiziellen Marktzulassung Erfahrung mit dem Medikament durch klinische Studien gesammelt.

  • Individuelle Dosierung: Gerade bei Yselty® ist die Entscheidung „mit oder ohne Add-Back-Hormontherapie“ entscheidend – hier ist die Expertise dieser Zentren Gold wert.

Tipp für das Vorgehen: Falls Sie bereits bei einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in Behandlung sind, lassen Sie sich eine Überweisung an eines dieser Zentren für eine Zweitmeinung zur medikamentösen Therapie geben. Erwähnen Sie dabei spezifisch Ihr Interesse an Linzagolix (Yselty®).

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